Irgendwo in Deutschland. Die Kirchturmuhr schlägt sechs am Ende des ersten Arbeits-, Schul- und Kitatages nach den Ferien. Die Familie ist im Wohn/Essbereich mit offener Küche versammelt. Der Tisch ist gedeckt, das Familienoberhaupt ergreift das Wort…

P: „Jungs, heute Abend gibt es Brot, d.h. es gibt künftig jeden Abend Brot, außer am Wochenende.“

R: „Oh nein, ich möchte ´was Warmes essen!“

P: „Ich habe keine Lust, jeden Abend zu kochen. Außerdem mögt Ihr, was ich koche, sowieso fast nie.“

R: „Trotzdem, kaltes Essen finde ich blöd!“

Widerstrebend nimmt zumindest der Große am gedeckten Abendbrottisch bei seinen Eltern Platz. Der Kleine ist immer noch eifrig mit seinem Bagger auf dem Teppich beschäftigt. Wenig später…

R: „ Wer hat hier gepupst?“

M: „Niemand!“

R: „Aber irgendetwas stinkt hier! Es riecht wie Pups!“

P: „Stimmt, ich rieche es auch.“ Er schnuppert am Salat. „Hier, das ist der Senf an der Salatsoße. Riech ´mal!“ fordert er den Großen auf.

Der Große beugt sich über die Salatschüssel und zieht den Geruch stark ein. „Iiiih, ja, das riecht wie Pups!“

P: „Naja, nicht wie Pups, es riecht etwas streng.“

R: „Was heißt streng?“

M: „Der Salat ist eben bitter.“

R – unvermittelt: „Ich will Nutellabrot!“

M: „Jetzt ist Abendessen. Nutella gibt es allenfalls zum Frühstück!“

R: „Dann nehme ich Marmelade.“

M: „Die ist auch süß!“

R: „Ich mag nichts anderes!“

M: „Das kann nicht sein! Du kannst Wurst auf Dein Brot haben, Käse… .“

R: „Das mag ich alles nicht. Ich vertrage das nicht so gut.“

P zum Kleinen, der immer noch fernab des Tisches Baustelle spielt: „Komm jetzt ist Abendessen! Wenn Du Hunger hast, dann iss jetzt, danach geht es ins Bett!“

F: „Ich bagger.“

R am Kühlschrank: „Kannst Du mir bitte die Marmelade herunterreichen?“

M resignierend: „Hier in Gottes Namen!“

R sein Brot dick mit immerhin handgemachter, nicht industriell gefertigter Aprikosenmarmelade bestreichend: „Wir haben heute in der Schule ein Lied gelernt.“ R. fängt getragen an zu singen: „Mit Lichterschwerten kämpfen wir…“

M verdreht die Augen und stößt einen Seufzer aus in der Überzeugung, dass es sich ´mal wieder um eines dieser religiösen Kirchenlieder handelt, mit denen ihr Sohn sie so gerne beglückt – in erster Linie, um sie zu ärgern…

R unvermittelt und vorwurfsvoll: „Wieso habt Ihr mir nicht gesagt, dass gestern Halloween war?!“

P: „Wieso?“

R: „Alle aus meiner Klasse haben Halloween gefeiert und sich verkleidet. Und ich wusste gar nicht, dass das war!“

M: „Das macht nichts. Ich mag kein Halloween!“

R: „Warum?“

M: „Weil das ein neumodischer, bescheuerter Trend aus den USA ist, der hier in den letzten Jahren herübergeschwappt ist, und allein der Geldmacherei dient!“

P ironisch: „Genau wie Weihnachten…“

R: „Ich wollte aber auch bei Halloween mitlaufen!“

M: „Du wusstest doch gar nicht, dass Halloween war.“

R: „Trotzdem“, und schluchzend weiter „ich war der Einzige, der nicht Halloween gefeiert hat.“

M: „Das glaube ich nicht.“

P: „Naja, nun wissen wir ja, dass Du gerne Halloween mitmachen möchtest. Genau wie Weihnachten findet das jedes Jahr statt, und dann machst Du einfach im nächsten Jahr mit!“

M zum immer noch schwer mit Baggern beschäftigten Kleinen: „Bist Du satt?“

F: „Nein.“

M: „Dann setz Dich an den Tisch und iss! Später gibt es nichts mehr!“

F resignierend: „Oooohkay.“ Er stellt den größten seiner Catbagger auf den Tisch und will den Lader dazu schieben.

P: „Nein, die Fahrzeuge kommen nicht auf den Tisch!“

Der Große stürzt herbei, um dem Kleinen die Baumaschine aus der Hand zu reißen.

P: „Nein, lass ´mal, ich mach das.“ Doch es ist zu spät. Schon erhebt sich großes Geschrei.

Als die Baugerätschaften wieder auf der Auslegeware stehen, der Kleine halbwegs beruhigt auf seinem Platz und der Große immer noch feixend ihm gegenüber Platz genommen hat, fragt P: „Soll ich Dir ein Wurstbrot machen?“

F: „Ich will Nüsli.“

P: „Oder willst Du Schmierkäse?“

F: „Ich will Nüsli.“ Zur Abschreckung wird ihm das mittlerweile eingetrocknete Milch-Cerealien-Gemisch, das vom Morgen übrig blieb und nur durch einen glücklichen Zufall noch nicht seinen Weg in den Kompostierprozess gefunden hat, hingestellt. Er nimmt beherzt einige Kleisterlöffel.

R: „Ich will Kellogs!“

M: „Nein!“

R singend:“ Mit Laserschwertern kämpfen wir im All…“

M: „Ist das ein Lied über Star Wars?“

R: „Ja, cool, oder?“

M: „Ja wirklich! Ich hatte Lichterschwerter verstanden und dachte schon …“

P schnell eingrätschend: „Ja, das hatte ich auch verstanden. Ich dachte auch, das passt ganz gut zu dieser Jahreszeit … mit Laternelaufen und so…“

R:  „Mein Freund A findet das Lied blöd, weil es nachgemacht ist von Star Wars.“

M: „Da kannst Du ihm ´mal sagen, dass Halloween auch nur so ein aus den USA nachgemachter Trend ist!

Und überhaupt, wenn Ihr Euch schon etwas merken wollt, dann könnt ihr lieber lernen, dass am 31.10. vor 500 Jahren Martin Luther seine 95 Thesen an das Klostertor in Wittenberg angeschlagen hat, was der Auslöser dafür war, dass es heute Katholiken und Protestanten unter den Christen gibt. Das ist nämlich der Reformationstag, und der ist für unsere westlich, abendländische Kultur doch viel entscheidender.“

R: „Aber Halloween ist cooler!“

P: „Stimmt! Deshalb haben die Bayern auch heute frei.“

M: „Nein.“

P: „Doch, die Kollegen in München haben heute frei.“

M: „Ja, weil heute Allerheiligen ist…“

F: „Ich bin fertig. Ich will baggern!“

 

Loriot is not dead …und das ist doch auch beruhigend… vor allem an Allerheiligen!

 

 

 

Wir sind seit gestern aus unserem Urlaub zurück – noch einmal Sonne tanken in dieser hier bei uns so ungemütlichen Jahreszeit. Wir sind nachts wieder angekommen in unserem Zuhause.

Trotzdem fühle ich mich den ersten Tag irgendwie noch nicht so richtig hier. Man ist sich fremd im eigenen Revier, wie in einem Zwischenreich, irgendwie noch nicht so richtig da, ein bisschen dort, ein bisschen hier.

Meinem Mann und den zwei Jungs geht es ähnlich. weiterlesen

Seit einigen Wochen sehen wir uns, wenn wir aus der Haustür schreiten, vor allem am Wochenende variierenden Ständen mit bunten Schirmen und mehr oder weniger enthusiastisch wirkenden Menschen gegenüber.

Ich versuche schnell mit den Kindern an ihnen vorbeizukommen, aber das klappt meistens nicht. Erstens weil ich der Hand, die mir die Broschüre mit ein paar freundlichen Worten in die meinige drücken will, ausweichen muss, und das, obwohl ich bereits zuvor jeglichen Blickkontakt vermieden habe. Zweitens, weil neben bunten Schirmen eben auch eine Menge bunter Luftballons hängen, die der Kleine mit schlafwandlerischer Sicherheit sofort erspäht.

Aber  – bestimmte Farben kommen mir nicht ins Haus! weiterlesen

Nach fast zwei Wochen Arbeit nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub kann ich konstatieren: „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.“

Was ich damit meine, ist, dass sich die emsige Betriebsamkeit und das Bedürfnis, schnell noch so viel wie möglich zu erledigen, damit die Kolleginnen möglichst wenig Unbill mit der Urlaubsvertretung haben, transformiert hat, in den Anspruch und die Notwendigkeit, alles aufzuholen und wieder auf neuestem Stand zu sein nach über zwei Wochen Abwesenheit in möglichst kürzester Zeit und zur Zufriedenheit aller. weiterlesen

Schön sind sie gewesen, unsere Familienferien!

Zurück im Hamburger Schietwetter kann man sich zwar kaum noch vorstellen, dass man bei 30 Grad im Schatten im Bergsee geschwommen ist von der Sonne beschienen, aber man kann es körperlich fühlen. Die Wärme, das Licht, die Unbeschwertheit der vergangenen Woche lassen mich durch den Regen hindurchschauen, der bindfadenförmig unermüdlich auf die Erde pöttert, und versöhnen mich ein bisschen mit dem unergründlichen Grau, das anderen Farben so gar keinen Platz machen will, nicht einmal dem kleinsten Fitzelchen Blau.

Ich denke zurück an die Fahrt im Motorboot über den Walchsee mit einem Sonnenschirm ausgerüstet wie alle Boote dort, weil es unbedingt notwendig ist. Die Berge erstrecken sich grün und mächtig drumherum, unser Kleinster mit Schwimmflügeln ausgestattet, unser Großer am Steuer und immer noch mit sich hadernd, ob er nun mit Mama in den See springen und ans Ufer schwimmen oder weiter Kapitän sein soll. weiterlesen

 

In meiner Umgebung grassiert derzeit der Scheidungsvirus. Paare, von denen man dies nie erwartet hätte, stellen für mich Außenstehende plötzlich fest, dass sie alleine weniger allein sind als in der Paarbeziehung. weiterlesen

 

 

  • Was der Unterschied zwischen einem Bagger und einem Lader ist; was man unter einem Pumpenwagen versteht; was sich hinter dem Begriff“ Abbruchzange“ verbirgt; und dass es sogar einen Baggerlader gibt
  • Wenn man jemanden nicht mag, dann lässt man das den anderen merken, indem man es ihm offen und gerade heraus sagt, ihn haut oder einfach links liegen lässt.
  • Triceratops, Stegosaurus und Ankylosaurus sind die coolsten Pflanzenfresser – übrigens alles Vogelbeckensaurier – während der Tyrannosaurus Rex natürlich unangefochten der König der fleischfressenden Dinos ist. Auch der Giganotosaurus ist nicht von schlechten Eltern, und man sollte keinesfalls die besonderen Qualitäten des Velociraptors oder Deinonychus unterschätzen…
  • Lungen sind dazu da, um benutzt zu werden, in erster Linie, um auch normale Unterhaltungen laut in die Welt zu schreien.
  • Apophis ist der ägyptische Gott des Chaos, wird meist als Schlange dargestellt, und bekämpft Re und die Maat. Osiris und Isis können einpacken, sich über die Duat gleich ins Zwischenreich ihres Sohnes Anubis verkrümeln, und sich dort gehackt legen.
  • Es macht wahnsinnigen Spaß und ist sehr befreiend, mit Stöcken auf Brennnesseln einzuprügeln.
  • Draußen ist besser als drinnen.
  • Hausaufgaben und Verpflichtungen generell werden überbewertet; sei ganz im Flow!
  • Der Taipan ist die giftigste Schlange der Welt; die Blindschleiche eigentlich keine Schlange, sondern eher ein Wurm; Schlangen haben einen ausklappbaren Kiefer; die schwarze Mamba ist ganz schön schnell! Ein Besuch im Tropen-Aquarium eignet sich für phobische Mütter als Konfrontationstraining.
  • Wenn man keine Lust hat, etwas (aus) zu diskutieren, dann tut man einfach so, als hätte man es nicht gehört.
  • Dies lässt sich sinnlich beliebig erweitern z.B. in, wenn man keine Lust hat, etwas weg- oder aufzuräumen, tut man so, als hätte man es nicht gesehen.
  • Meine Termine merken sich andere für mich, meistens Mama.
  • Wenn ich mal nicht das Richtige anhabe, ist das auch kein Weltuntergang. Ich sehe niemals scheiße aus und friere grundsätzlich nicht!
  • Mama ist die Beste:-)!

Was lernt Ihr von Euren Kindern?

Bleibt offen und wissbegierig!

Eure VME